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Factoring immer verbreiteter

27 Mai

Autor: admin - Kategorie: Factoring

Schon babylonische und mittelalterliche Kaufleute erkannten die Vorteile, die es bietet, Außenstände an einen Factor zu übertragen und auf diese Weise eine erhöhte Liquidität sicher zu stellen. Nachdem Factoring im zwanzigsten Jahrhundert eine Renaissance in den Vereinigten Staaten erlebte, entscheiden sich seit einiger Zeit auch immer deutsche Unternehmen für die Zusammenarbeit mit einem Factor. Zunächst waren es vor allem besonders umsatzstarke Großunternehmen, mittlerweile ist Factoring auch im Mittelstand verbreitet.

Die gesicherte Liquidität verbessert die Unternehmensbilanz und vergrößert somit den Spielraum für Investitionen. Aufgrund der erhöhten Eigenkapitalquote räumen Banken günstigere Konditionen bei Krediten ein. Beim Standard-Factoring steht der Factor nicht nur für die Außenstände ein, sondern übernimmt auch die Debitorenbuchhaltung, das Forderungsmanagement und das Ausfallrisiko. Wenn der Factor das Ausfallrisiko übernimmt, handelt es sich um sogenanntes echtes Factoring. Unechtes Factoring, also Factoring ohne Delkredereschutz, wird in Deutschland nur äußerst selten vereinbart. Beim Inhouse- oder Bulk-Factoring verbleibt das Debitorenmanagement auf Seiten des Factoring-Kunden, das Ausfallrisiko hingegen trägt der Factor.

Weit verbreitet ist die Variante des Fälligkeits-Factoring, bei welchem mit dem Factor bestimmte Termine für die Begleichung der offenen Forderungen vereinbart werden. Somit gewinnt der Auftraggeber des Factors in jedem Fall an Planungssicherheit. Factoring kann entweder für den gesamten Kundenstamm oder für einzelne Kunden, und auch für einzelne Großaufträge vereinbart werden. Ein Factor kann auch damit beauftragt werden, Lieferanten auszuzahlen. In diesem Fall spricht man von Einkaufs- oder Reverse-Factoring. Bei grenzüberschreitendem Geschäftsverkehr wird ein Vertrag über Export- beziehungsweise Import-Factoring abgeschlossen.

Eine weitere grundlegende Unterscheidung besteht zwischen offenem und stillem Factoring. Beim offenen Factoring wird der Rechnungsempfänger darüber informiert, dass nunmehr ein Factor der Zahlungsempfänger ist. Diese Variante ist in Deutschland üblich. Beim Stillen Factoring dagegen erfährt der Rechnungsempfänger nichts über die Zusammenarbeit mit dem Factor, solange er die Rechnungen fristgerecht bezahlt.

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